1000 Jahre Sättelstädt
Gemeinde am Hörselberg blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück
Samstag, 9. Juli 2005

Gedenktafel des irischen Partnerschaftsvereins

Mehr als zweihundert Darsteller in historischen Gewändern zeigten in einem Festumzug bei herrlichem Sommerwetter die Geschichte der Gemeinde in bewegten Bildern.
Vor tausend Jahren wurde Sättelstädt erstmals urkundlich erwähnt. Damals siedelten hier Kelten und Germanen. Ein Modell der ersten Kapelle, die im Jahre 1014 erbaut worden war, wurde von Bürgermeister Daniel Steffan durch den Ort gefahren. Es folgten Königin Reinswig von England aus dem Jahre 1143 und der berüchtigte Ritter Waltmann von Sättelstädt, der auf 1226 datiert wird.
Auch die Sagengestalten der Hörselberge waren zu sehen, Frau Holle, das wilde Heer und der getreue Eckart. Frau Venus und Ritter Tannhäuser blieben an diesem Tag in ihrer Höhle. Die Hütchen, wie die Wichtelmännchen von Sättelstädt genannt werden, durften natürlich nicht fehlen.
Gezeigt wurde das bäuerliche und handwerkliche Leben im Mittelalter und die letzte Hexenverbrennung 1688. Frauen und Mädchen zeigten schöne Trachten. Bornmüller, Schäfer, Schmied, Fleischer, Weinbauer und Ziegenhirt waren zu bestaunen. Die Schönauer Backfrauen zeigten, wie man damals das tägliche Brot buk. Sie gratulierten mit einer gebackenen "1000".
Im letzten Abschnitt des Festzuges wurde die Neuzeit dokumentiert. Landmaschinen, Traktoren und Militärkrafträder erinnerten an den Einzug der Technik und die beiden Weltkriege.
Die Zeit nach 1945 eröffnete ein Konvoi von Wartburg-Automobilen aus Eisenach, begleitet von FDJ-lern und LPG-Bauern. Es folgten die Hörselberggemeinde e.V., der irische Partnerschaftsverein Sättelstädt e.V., der Sättelstädter Liederreigen, die Jagdpächter Sättelstädt-Sondra, der Schützenverein Emsetal e.V. und die Kirmesgesellschaft Sättelstädt-Sondra. Mehrere Löschzüge der freiwilligen Feuerwehr bildeten den Abschluss der Parade.
Begleitet wurde der Festumzug von den Dudelsackpfeifern in Schottenröcken aus Geseke und Blaskapellen. Meik Trensch dirigierte den Zug durch die Gassen der Gemeinde. Dabei trug er eine Polizeiuniform.
Auf dem Festplatz feierten sechshundert Sättelstädter und ihre Gäste das Jubiläum bei Blasmusik und Bier. Am Sonntag wurde nach einem Gottesdienst eine Gedenktafel zum 1000-jährigen Bestehen der Gemeinde eingeweiht.
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Udo Heyl